Medizin

Botox bei chronischer Migräne

Botulinumtoxin ist zur Vorbeugung chronischer Migräne zugelassen. Es kommt infrage, wenn andere vorbeugende Medikamente nicht ausreichend geholfen haben oder nicht vertragen wurden.

Kurz erklärt

Botulinumtoxin ist zur Vorbeugung chronischer Migräne zugelassen, also bei Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen im Monat, davon mindestens acht mit Migräne. Es wird alle zwölf Wochen an festgelegten Punkten an Kopf, Stirn und Nacken gespritzt. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten in der Regel, wenn andere Prophylaxen nicht gewirkt haben oder nicht vertragen wurden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur bei chronischer Migräne zugelassen
  • Injektionen alle 12 Wochen nach festem Schema
  • Kasse zahlt, wenn andere Mittel versagt haben
  • Behandlung durch Neurologen oder Schmerztherapeuten

Was ist chronische Migräne?

Von chronischer Migräne spricht man bei Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen pro Monat über mehr als drei Monate, davon an mindestens acht Tagen mit Migränemerkmalen. Bei der episodischen Migräne mit selteneren Attacken ist Botulinumtoxin nicht zugelassen.

Ablauf

Nach einem festen Schema wird der Wirkstoff an etwa 31 bis 39 Punkten in Stirn, Schläfen, Hinterkopf, Nacken und Schultern injiziert. Die Behandlung wird alle zwölf Wochen wiederholt. Ob sie hilft, lässt sich meist nach zwei bis drei Zyklen beurteilen.

Wer behandelt?

Neurologinnen und Neurologen oder spezialisierte Schmerztherapeuten. Die ästhetische Praxis ist dafür nicht die richtige Adresse.

Krankenkasse

Gesetzliche Kassen übernehmen die Kosten in der Regel, wenn mehrere vorbeugende Medikamente erfolglos waren, nicht vertragen wurden oder nicht infrage kommen. Zur ästhetischen Anwendung: Kosten der Faltenbehandlung.

Häufige Fragen

Hilft Botox gegen Migräne?

Bei chronischer Migräne kann es die Zahl der Kopfschmerztage verringern. Bei episodischer Migräne ist es nicht zugelassen.

Zahlt die Krankenkasse Botox bei Migräne?

Ja, in der Regel, wenn eine chronische Migräne vorliegt und andere Prophylaxen nicht gewirkt haben.

Wie oft wird Botox bei Migräne gespritzt?

Alle zwölf Wochen nach einem festen Injektionsschema.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne
  2. Fachinformationen der in Deutschland zugelassenen Botulinumtoxin-Präparate

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Stand: November 2026. So arbeitet unsere Redaktion